Niederbayern: Florierende Wirtschaft kämpft mit Fachkräfte-Mangel

Landshut (obx) –   Mit 25 Prozent Arbeitslosenanteil zählten einzelne Regionen Niederbayerns noch vor Jahren zu den Schlusslichtern in der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Das Blatt hat sich grundlegend gewendet: Die Arbeitslosenquote liegt derzeit mit rund drei Prozent deutlich unter dem deutschen und auch dem bayerischen Durchschnitt. Viele niederbayerische Betriebe suchen mittlerweile dringend nach qualifizierten Arbeitskräften. Eine Image-Offensive soll jetzt Facharbeiter und Manager aus der ganzen Bundesrepublik in die boomende Wirtschaftsregion im Zentrum Europas locken.

Niederbayerns Wirtschaft ist auf Erfolgskurs. Fachkräfte und auch Top-Manager sind rar - auch weil gesuchte Spitzenkräfte oft zu wenig über die Lebensqualität in Niederbayern wissen. Eine Werbe- und Informationskampagne soll das jetzt ändern. 


Niederbayern hat das gleiche Problem wie viele dezentrale Wirtschaftsstandorte in Deutschland. “Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass gerade junge Familien gerne Metropolregionen bevorzugen, obwohl sie dort klare Nachteile hinsichtlich der Lebenshaltungskosten und der Lebensqualität haben“, sagt  Michael Kliebenstein, der Beauftragte für das Regionalmarketing Niederbayern.

„Der Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte, insbesondere um den Nachwuchs, wird sich in Zukunft verschärfen. Für Wirtschaft und Politik besteht daher dringender Handlungsbedarf, um die Herausforderungen des demografischen Wandels zu meistern“, prognostiziert etwa ganz aktuell die IHK Niederbayern. Deshalb will das Regionalmarketing Niederbayern zum Jahreswechsel eine Informationskampagne starten, um die so genannten Hi-Potentials und ihre Familien aus anderen Bundesländern von der Qualität des Lebensstandorts Niederbayern zu überzeugen.
 
Niederbayerns Trümpfe im Wettbewerb um die Besten: hohe Wirtschaftskraft in konjunkturstabilen Branchen, Global Player in vielen Branchen zum Teil in der Rolle von Weltmarktführern und maximaler Freizeitwert. „Niederbayern ist ideal für die Zukunft junger Fachkräfte, die mit ihren Familien hierher kommen wollen. Aber das wissen leider noch zu wenige“, sagt Kliebenstein. Mit an der Spitze liegt Niederbayern zum Beispiel auch im Bildungswesen. So gehört zum Beispiel die Universität Passau als Deutschlands jüngste Volluniversität. in vielen Fachbereichen zu den besten Hochschulen in ganz Deutschland.
 
Trotz florierender Konjunktur: Einer der stärksten Trümpfe der Region etwa im Vergleich zum Großraum München sind auch die anhaltend günstigen Lebenshaltungskosten. „Ob auf dem Lande oder in der Stadt – die Mieten sind bei uns bezahlbar. Hier gibt es Grundstücke, auf denen man noch Häuser statt Schuhschachteln bauen darf und gleichzeitig von bester Verkehrsanbindung an das Autobahnnetz profitiert“, so Kliebenstein.
 
Viele Unternehmen haben das Potenzial der Region längst erkannt. Immer mehr Firmen haben in der letzten Zeit auf der pulsierenden europäischen Drehscheibe im Dreiländereck Bayern – Österreich – Tschechien Niederlassungen oder Betriebe errichtet.

Niederbayerns Beauftragter für Regionalmarketing verweist auch auf die Freizeitattraktivität des Bayerischen Golf- und Thermenlands mit dem größten Golfressort Europas und auf die gute Anbindung an die Metropole München. „Am Flughafen München ist man aus verschiedenen Teilen Niederbayerns schneller als aus den südlichen Stadtteilen der Landeshauptstadt“, sagt Kliebenstein.

Das Problem der Niederbayern: Kaum ein Manager aus Hamburg oder Berlin, nur wenige Facharbeiter aus dem Ruhrgebiet oder aus Baden-Württemberg kennen die Region zwischen dem Bayerischem Wald und der Donau, dem Bayerischen Thermenland und der Bezirkshauptstadt Landshut. Die geplante Informationskampagne soll das ändern – und helfen, endlich die Konjunkturbremsen aufgrund fehlender Fachkräfte in den Unternehmen zu lösen.


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