Niederbayern eröffnet eigene Botschaft in München

Was der Freistaat in Berlin und Brüssel kann, das schaffen die Landshuter auch in München. Niederbayern ist der erste Bezirk, der im Rahmen des Regionalmarketings eine eigene Botschaft in der Landeshauptstadt errichtet.

Darin sollen künftig beispielsweise interessante kulturelle Ereignisse in den Landkreisen und Städten angekündigt, Wirtschafts- und Tourismusverbände vorgestellt oder Begegnungen mit Abgeordneten organisiert werden. Auch ausländischen Konsulaten soll das Haus zur Verfügung stehen.

Man wolle damit auf die "historischen Städte und schönen Regionen" des Bezirks aufmerksam machen, verkündeten Niederbayerns Bezirkstagspräsident Mandfred Hölzlein und Regierungspräsident Heinz Grunwald.

Irritationen könnte aber der bisherige Name auslösen, der auch künftig offiziell verwendet wird: "Bayerwaldhaus". Ein solches gehört zwar zu  Niederbayern, aber Niederbayern ist bekanntlich mehr als Bayrischer Wald. Folglich wurde beschlossen, eine zusätzliche Tafel anbringen zu lassen, auf der "Niederbayern-Botschaft" stehen soll. Die Anführungszeichen sollen andeuten, dass man den Begriff der Diplomatie mit leichter Selbstironie unterlegt und nicht tierisch ernst nimmt. "Aber wir müssen halt mehr tun, um Niederbayern nach vorne zu bringen," erklärt Grunwald. "Niederbayern hat so viele Einwohner wie München, ist zehnmal so groß und müsste daher mindestens halb so oft erwähnt werden."

Vorbild bei dem Konzept ist jedoch der Freistaat selbst. Er unterhält jeweils eine stattliche bayrische Vertretung in Berlin und in Brüssel. Diese Vertretungen dienen der Kontaktpflege mit der Bundesregierung und der Europäischen Kommission sowie der Darstellung Bayerns und bayrischer Interessen gegenüber Ministerien und Diplomaten.

"Da der Freistaat Bayern sich aber aus sieben recht unterschiedlichen Bezirken zusammensetzt", argumentiert Michael Kliebenstein vom Regionalmarketing in Landshut , "muss es nicht legitim, sondern auch sinnvoll sein, wenn diese sich eine geeignete ständige Vertretung in der Landeshauptstadt einrichten und pflegen". Oberbayern hat hier einen Vorteil: Sein Regierungssitz liegt in München, nur einen Fußweg von Staatskanzlei beziehungsweise Landtag entfernt.

Der Botschaft idell vorausgegangen war das Projekt der 100 ehrenamtlich tätigen gebürtigen Niederbayern in aller Welt. Sie erhielten Visitenkärtchen mit dem offiziellen Titel "Ambassador oft Lower Bavaria" und sind seitdem rührig für das Regionalmarketing zwischen Riedenburg und Hauzenberg unterwegs. "Diese Einrichtung hat nicht nur die Aufgabe, Niederbayern als Wirtschaftsstandort und Urlaubsregion bekannter zu machen," erklärte Hölzlein, " sondern soll auch innerhalb des Bezirks mehr Verbundenheit herstellen." Aber, so wurde unter den ausgewählten Unternehmern, Managern und Künstlern gespottet: "Wieso sind wir Botschafter, wenn wir keine Botschaft und keine Residenz haben?"

Der neue Amtssitz, das "Bayerwaldhaus" hat eine lange Geschichte: Ein schönes altes Original-Waldler-Haus aus dem Jahre 1748 und ein dazu passender jüngerer Standel-Anbau (Spaßnahme: "Der ländliche Raum") wurde zur ersten Bundesgartenschau in München im Jahr 1983 als Stiftung der Familie Georg Höltl aus Tittling von deren Bauernhausmuseum nach München verfrachtet und am Rande des Westparks aufgebaut. Etwa zwei Millionen Besucher, so schätzt Georg Höltl, sind damals durch das alte Haus gegangen und haben es bewundert.


niederbayernbotschaft

Das Gebäude wurde 25 Jahre kaum benutzt.


Erst jetzt wurde im Regionalmarketing bekannt, dass die Bayerwald-Landkreise das Haus seit 25 Jahren nicht genutzt haben, obwohl es die Familie Höltl nach erhält und pflegen lässt. Es ist baulich in Ordnung, hat eine Bauernstube, einen Veranstaltungs-Stadel, eine Küche und eine Terrasse.

Jetzt wollen auch die anderen Bezirke nicht zurückstehen. Schwabens Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert (CSU) etwa bezeichnet den niederbayrischen Plan als "pfiffig und auch für Schwaben denkbar" - fehlt nur noch ein geeignetes Gebäude. " Eine lebendige Beziehung der Bezirke zur Landeshauptstadt und deren Präsentation kann bei diesem geringen Aufwand eher von Vorteil sein", so Jürgen Reichert.

"Eine interessante Idee", meint auch Günther Denzler, Bezirkstagspräsident von Oberfranken und schränkt trotzdem ein: " Wenn ich allerdings auf die anstehenden Haushalte blicke, wird der Bezirk Oberfranken hier allerdings genau hinsehen müssen, wo er Geld investiert - und im Zweifelsfall sollen unsere Mittel natürlich in Oberfranken verwendet werden."

Noch im Juli soll die Botschaft zukünftig eröffnet und der Staatsregierung und der Stadt München offiziell vorgestellt werden. Dazu hat der Bürgermeister von Freyung, Olaf Heinrich (CSU), bereits seine Stadtkapelle und Freibier aus der örtlichen Brauerei Lang angeboten.


Hannes Burger
Bayerische Staatszeitung Nr 26/09, 26.06.09


top-unternehmen_niederbayern

top-unternehmen_des_monats


teaser_haindling

Niederbayrischer HAINDLING-Jingle für das Niederbayern-Forum >


ueber-uns

gruendung_niederbayern_eV_teaser

Gründungsversammlung Niederbayern-Forum e.V. >


botschafter_niederbayerns_teaser

07. Juli 2011 Treffen der Botschafter Niederbayerns im Hotel Angerhof, St. Englmar >



informationFachkräfteportal  >
informationLehrstellenbörse >
informationPraktikumsbörse >

Die Wirtschaftsförderer Niederbayerns und das Regionalmarketing Niederbayern stehen Ihnen für Kontakte und Informationen zur Technologieregion Niederbayern jederzeit gerne zur Verfügung:
info@niederbayern.de


2010 Treffen der Botschafter Niederbayerns in der niederbayerischen Botschaft
Presseberichte >
Bildergalerie >
Fernsehbeitrag >