Zwei Professoren für den Technologiecampus Freyung berufen

Landshuter übernimmt Leitung der Arbeitsgruppe Embedded Systems

Nach der Eröffnung des Technologiecampus Freyung der Hochschule Deggendorf durch Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch, geht die Entwicklung der Außenstelle in die nächste Runde. Mit Dr. Robert Bösnecker (48) wurde zum 1. Oktober der erste "Freyunger" Professor berufen.

Der gebürtige Landshuter besuchte den naturwissenschaftlichen Zweig des Hans-Leinberger-Gymnasiums. Nach seinem Studium der Elektrotechnik an der Technischen Universität München, begann er bei der Siemens AG in München seine berufliche Laufbahn. Dort war er anfangs für Plattenspeichersysteme im Bereich Embedded Systems tätig und baute danach den Bereich Embedded Akustik in München auf. Darunter versteht man technische Systeme wie zum Beispiel Lautsprechereinrichtungen in Geräten wie Handys, Wandsystemen oder Fahrzeugen. Diesen Bereich leitete er zwölf Jahre. Seit 2008 ist er Leiter des Institutes für angwandte Akustik in Landshut tätig.

Parallel zu seiner beruflichen Tätigkeit promovierte der zweifache Vater er an der Technischen Universität Berlin bei Prof. Dr. Weinzierl zum Thema Simulation von Raumakustik. Im Rahmen seiner Forschung befasste er sich mit akustischen Problemen und entwickelte einen Lösungsansatz zur Verbesserung von Lautsprecheranlagen. Seine Forschungen könnten dazu beitragen, dass in Zukunft Lautsprecherdurchsagen an Bahnhöfen oder in anderen akustisch schwierigen Umgebungen besser zu verstehen sind.

Dr. Bösnecker hat zum 1. Oktober die Leitung der Arbeitsgruppe Embedded Systems am Technologiecampus Freyung übernommen. Neben der Forschung wird er auch die Lehrgebiete Digitaltechnik und Mikroprozessortechnik betreuen. In Bezug auf die Entwicklungsmöglichkeiten sieht Bösnecker große Chancen bei den vielen Freiheiten, die die Region bietet. "Nicht jeder möchte in die Ballungsräume. Als neuer Technologiestandort können wir uns sicherlich auch dadurch abgrenzen, dass wir anders sind. Das Experiment hier in Freyung kann aber nur funktionieren, wenn alle an einem Strang ziehen."

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Deggendorfer Wissenschaftler betreut die Bereiche Geoinformatik und Geoinformationssysteme

Mit Dr. Wolfgang Dorner wurde die zweite Professur am Technologiecampus Freyung der Hochschule Deggendorf besetzt. Er betreut die Bereiche Geoinformatik und Geoinformationssysteme.

Der gebürtige Landshuter besuchte den neusprachlichen Zweig des Hans-Carossa Gymnasiums in Landshut. Nach seiner zweijährigen Militärdienstzeit bei den Gebirgspionieren in Brannenburg studierte er in München und Deggendorf Ingenieurwesen. Im Anschluss an sein Studium erhielt er von der University of Southern Queensland (Australien) das Angebot zur Promotion. In seiner Dissertation setzte er sich mit Fragen der Umweltmodellierung und Simulation am Beispiel Hochwasser auseinander. Neben seiner Tätigkeit im eigenen Ingenieurbüro war er in den vergangenen Jahren auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter in mehreren Forschungsprojekten und zuletzt als Institutsleiter an der Hochschule Deggendorf tätig. Neben Deggendorf und Australien waren die Masaryk Universität Brno (Tschechische Republik) und die Universität Salzburg Stationen seiner wissenschaftlichen Laufbahn.

Fachlich setzt Dorner in Freyung auf die Integration von Systemen der Geoinformatik in IT Systeme von Verwaltungen und Unternehmen sowie den Einsatz der Geoinformatik im Umweltsektor und Tourismus. "In der Informatik und gerade in der Geoinformatik sehe ich für die Region Freyung gute Chancen für die Zukunft. Die Informatikbranche erlaubt flexibles arbeiten und ist immer noch ein Wachstumsmarkt der sowohl kleinen als auch großen Betrieben viele Möglichkeiten bietet. Die Entwicklungen, z.B. rund um Google Earth und das europäische Satellitennavigationssystem Galileo, zeigen, wie rasant die Entwicklungen rund um die Geoinformatik sind." so Dorner. Vor allem in ländlichen Regionen und in einer touristisch geprägten Region wie Freyung könne man mit Navigation und Geoinformatik viel gestalten und diese Produkte auch exportieren. Insbesondere das Thema "Navigation und Tourismus" sieht er als einen interessanten Zukunftssektor für den Bayerischen Wald, denn viele Leute planen heute bereits ihren Urlaub mit Kartensystemen im Internet und lassen sich vom Navi in den Urlaub leiten. Hier sieht der frischberufene Professor noch Verbesserungsmöglichkeiten und somit Marktlücken für neue und innovative Unternehmen.

Der 33 jährige Familienvater bringt auch bereits die ersten Projekte mit nach Freyung, darunter auch ein EU Forschungsprojekt, an dem er gemeinsam mit Partnern aus Österreich, Frankreich und Großbritannien arbeiten wird.

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