Der Bierzauberer aus Niederbayern

Mit sieben Weißbierspezialitäten ist das das Weisse Brauhaus in Kelheim nicht nur auf dem deutschen Markt erfolgreich. Die mittelständische Brauerei exportiert in 31 Länder.

Kelheim (obx) –  Bier ist gleich Bier? Weit gefehlt. "Es ist so spannend, was man aus Hefe, Wasser, Hopfen und Malz machen kann", sagt der Brauereiinhaber Georg Schneider, "da kann man so unendlich viel zaubern". Zum Beispiel auch einen beachtlichen Geschäftserfolg, obwohl zahlreiche Brauereien sogar im Bier-Stammland Bayern über rückläufige Absätze klagen: Schneiders Weisses Bräuhaus bedient nicht nur den gesamten deutschen Markt mit Erfolg, sondern exportiert die im niederbayerischen Kelheim gebrauten Bierspezialitäten inzwischen in 31 Länder bis hin nach Australien und Neuseeland. In amerikanischen Liquor Stores zahlen Bierfeinschmecker 18 Dollar für einen halben Liter eines fünf Jahre gelagerten Aventinus Doppelbocks aus der ostbayerischen Traditions-Familienbrauerei, die 1872 gegründet wurde und deren Inhaber seither alle Georg mit Vornamen heißen. Das Erfolgsrezept des jetzigen Chefs, inzwischen Georg VI., liegt darin, dass sich seine Brauerei auf nur eine Biersorte konzentriert, auf Weißbier. Und er weiß seine Mitarbeiter - vom Arbeiter im Sudhaus über den Brauer bis hin zu den Mitarbeitern im Vertrieb – mit der Lust am Produkt und der Firma zu motivieren: "Wir haben einfach Freude und Spaß am Erreichen unserer Ziele", berichtet Schneider. "Wir können uns nur über unseren Markterfolg motivieren, nichts ist erfolgreicher als der Erfolg."    



bierzauberer
 
Bier ist gleich Bier? Weit gefehlt. "Es ist so spannend, was man aus Hefe, Wasser, Hopfen und Malz machen kann", sagt der Brauereiinhaber Georg Schneider Foto: obx-news

Und Erfolg hat die Kelheimer Brauerei, aus der die "Schneider Weisse" stammt, durchaus: Mit 116 Mitarbeitern erwirtschaftet sie in diesem Jahr einen Umsatz in Höhe von 26 Millionen Euro. Der Ausstoß wird 2009 nach Einschätzung Schneiders bei 270.000 Hektolitern liegen – soviel wie im vergangenen Jahr, womit das Weisse Bräuhaus vom auch in Bayern grassierenden Rückgang beim Bierkonsum nicht betroffen ist. Mit dem Export von jährlich 30.000 Hektolitern sucht sich das Weisse Bräuhaus von den rückläufigen Bierumsätzen im Inland abzukoppeln.
 
In Zeiten, da deutschlandweit und international immer mehr industriell arbeitende Großbrauereien um die Märkte kämpfen und manch kleines Brauhaus schließen muss, ordnet sich Georg Schneider so ein: "In Bayern bin ich Mittelstand, in Deutschland unterer Mittelstand, in der Welt bin ich eine Mücke - aber die Mücken können den Löwen unter Umständen mehr zu schaffen machen als umgekehrt." Für einen Mittelständler wie ihn gebe es "nur einen Weg: die Spezialisierung. Wir machen Weißbier, sonst nichts, und das machen wir sehr lustvoll und lustig. Wir suchen das Besondere, nicht den Massenmarkt."
 
Dieses Besondere gibt es in sieben Weißbier-Varianten, darunter die "Hopfenweisse", die in den USA zum Verkaufsschlager wurde und nun auch auf dem deutschen Markt angeboten wird: ein Doppelbock mit 40 Bittereinheiten und stattlichen 8,2 Prozent Alkohol. Oder der seit 100 Jahren gebraute Aventinus Doppelbock, der im Felsenkeller reift - ein, zwei oder auch fünf Jahre lang. Mit solchen Spezialitäten "ist man außerhalb der Preisvergleichbarkeit", erklärt Schneider, "die Leute verkosten das wie Wein". Der Aventinus wird – wenn es nach Georg Schneider geht – vorzugsweise in Weingläsern oder Cognacschwenkern kredenzt, und den dabei offenbarten Geschmack weiß der Brauer recht bildhaft zu beschreiben: "Fruchtig mit Erinnerung an gedörrtes Obst, leichte Säure, gaumenfüllendes Aroma, im Abgang leichter Alkoholgeschmack. Das passt zu Süßem oder Weichkäse."
 
Solche blumigen Beschreibungen hörte man bislang bevorzugt von Weinverkostungsprofis, den Sommeliers. Da aber auch Bier mit all seinen Varianten die Geschmacksnerven heftig zu inspirieren weiß, greift nun immer mehr die Ausbildung zum Biersommelier um sich. Das Weisse Bräuhaus nimmt für sich in Anspruch, die einzige Brauerei zu sein, die ausschließlich solche Geschmackserklärungsspezialisten im Außendienst beschäftigt. Überhaupt legt der Brauereichef großen Wert auf die beständige Weiterbildung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die er bei Neuseinstellungen sorgsam und auch mal bei einem gemeinsamen Ski-Wochenende danach aussucht, ob sie auch hundertprozentig zum Unternehmen passen. Mit allerlei ideellen und geldwerten Motivationsanreizen sorgt Schneider persönlich für eine enge Bedienung seiner Beschäftigten ans Unternehmen – mit Erfolg auch auf diesem Sektor. Im Jahr 2007 wurde das Weisse Brauhaus als "Arbeitgeber des Jahres" ausgezeichnet. Zudem erhielt die Brauerei zahlreiche weitere Ehrungen etwa für ethisches Management sowie für herausragende Leistungen im Personal-, Umwelt und Qualitätsmanagement. Preise fürs gute Bier gibt es sowieso zuhauf: vom Australian Beer Award über den European Beer Star bis hin zum World Beer Cup und den Brewing Industry International Awards.
    
So hat dem Weissen Bräuhaus in Kelheim also "eine Reihe glücklicher Umstände", wie Georg Schneider sagt, zu einem sehr besonderen, ganzheitlichen Image verholfen, in dem hohe Bierqualität, hoch engagierte Beschäftigte, Einfallsreichtum, die Bewahrung der Tradition und die Freude an Neuem glücklich zusammenfinden. Ein weiterer Glücksfall erschien vor einiger Zeit in Gestalt des renommierten englischen Bier- und Whiskeyjournalisten Michael Jackson: Er beschrieb das Kelheimer "Aventinus"-Weißbier als "Rock´n´Roll on the tongue" – als Rock´n´Roll auf der Zunge. "So sind wir in den Export reingekommen", erzählt Georg Schneider, der bei der Auswahl seiner ausländischen Vertriebspartner großen Wert darauf legt, dass mit dem Produkt Bier bei Transport und Lagerung tadellos umgegangen wird. Schließlich "wollen die Leute authentisches Bier".  
 
Weitere Informationen: www.schneider-weisse.de


newsbutton

button-netzwerktag-2012


Informationsbroschüre
Willkommen in Niederbayern >


broschuere-nb

button-mitglied

button_top-unternehmen_ndb


ueber-uns

gruendung_niederbayern_eV_teaser

Gründungsversammlung Niederbayern-Forum e.V. >


botschafter_niederbayerns_teaser

07. Juli 2011 Treffen der Botschafter Niederbayerns im Hotel Angerhof, St. Englmar >



informationFachkräfteportal  >
informationLehrstellenbörse >
informationPraktikumsbörse >

Die Wirtschaftsförderer Niederbayerns und das Regionalmarketing Niederbayern stehen Ihnen für Kontakte und Informationen zur Technologieregion Niederbayern jederzeit gerne zur Verfügung:
info@niederbayern.de


2010 Treffen der Botschafter Niederbayerns in der niederbayerischen Botschaft
Presseberichte >
Bildergalerie >
Fernsehbeitrag >