"Little Havanna" im Bayerischen Wald
In einer kleinen Tabak-Manufaktur in Ostbayern drehen Frauen Tag
für Tag in Handarbeit einen bayerischen Stammtisch-Klassiker...
Perlesreut (obx) – 7900 Kilometer liegen zwischen Kuba und Perlesreut (Kreis Freyung-Grafenau) im Bayerischen Wald. Im romantischen Arkadenhof des Hauses Nummer 15, direkt am Marktplatz, ist Havanna ganz nah. Der würzige Duft aromatischer Tabakblätter dringt aus dem Anwesen, das mit seinen weißen Säulengewölben dem Landsitz eines karibischen Tabakbarons ähnelt. Beim Blick ins Innere des Gebäudes offenbart sich dem Besucher eine scheinbar exotische Welt. Im warmen Licht alter Emaille-Lampen, auf Arbeitstischen, an denen die Jahrzehnte deutliche Spuren hinterließen, rollen hier sieben Frauen im 30-Sekunden-Takt wie in Havannas Tabakmanufakturen einen bayerischen Stammtisch-Klassiker: die 21 Zentimeter lange Bayerwald-Virginia – Hausmarke „Edelweiß“ und andere bekannte Zigarrenformate.

Auf Arbeitstischen, an denen die Jahrzehnte deutliche Spuren hinterlassen haben, rollen die Frauen im 30-Sekunden-Takt wie in Havannas Tabakmanufakturen einen bayerischen Stammtisch-Klassiker, der weltweit Freunde gefunden hat: Die 21 Zentimeter lange Bayerwald-Virginia – Hausmarke „Edelweiß“ und W&R. Foto: obx-news
Der österreichische Kaiser Franz Josef und Prinz Luitpold von Bayern haben die Virginia, die „bayerischste aller Zigarren“ – die sich durch ihre lange, natürliche Form, das Strohhalm-Mundstück und den Luftkanal aus echtem spanischem Dünengras von allen anderen Glimmstengeln unterscheidet – in den Alpenländern populär gemacht. Die Schafkopfer in den oberbayerischen und österreichischen Wirtshäusern rauchten sie ebenso, wie die Oberpfälzer Holzarbeiter. Auch wenn die Tabak-Konzerne mit Millionen teuren Werbekampagnen versuchen ihre Zigarren von der Stange an Mann und Frau zu bringen, plagen Cornelia Stix keine Existenzsorgen. Die „bayerische Virginia“, die weltweit nur in Perlesreut in Handarbeit hergestellt wird, hat allen Anti-Raucherkampagnen zum Trotz bis heute einen treuen Abnehmerkreis. In jüngster Zeit schätzen besonders junge Genießer die Virginia, mit ihr steht der Zigarrenliebhaber im Zenit der Bewunderung – denn ihr Duft und ihre Form sind doch sehr extravagant – weit über die Grenzen Deutschlands hinweg bis nach Österreich, in die Schweiz und nach Spanien.
Die klassische „bayerische Virginia“ besteht aus gerissenen Virginiasorten, sowie verschiedenen Java- und Sumatra-Anteilen, die mit einem Umblatt in Form gebracht werden. Jede Zigarre wird mit einem halben Tabakblatt der Sorte „Virginia dark fired“ oder „Kentucky dark fired“ ummantelt und mit Hilfe von Weizenstärke verklebt. „Das bringt den Geschmack, den Virginia-Fans lieben – das Virginiablatt nach Honig duftend und das Kentucky-Blatt schmeckt wie Geräuchertes“, sagt Stix. Die Bayerwald-Virginia, versichert die Unternehmerin, sei im Gegensatz zu den meisten industriell gefertigten Zigarren absolut naturblassen. „Wir verwenden keine Aromastoffe, Konservierungsmittel oder Brandverstärker, dafür nur edelste Tabake – die natürlich auch ihren Preis haben.“ Cornelia Stix will die Familientradition fortsetzen: „Die Firmenphilosophie, mit der einst Großvater Karl Hilz und mein Vater Hermann Hilz die Firma Wolf & Ruhland prägten, nehme ich mir sehr zu Herzen: Qualität vor Quantität – dem Kunden ein sauberes Produkt zu einem vernünftigen Preis zu bieten.“

Vor genau einem Jahrhundert im Jahre 1909 hat der Mannheimer Hermann Wolf die Zigarrenmanufaktur gegründet und in den 20er Jahren nach Perlesreut verlegt, „weil im Bayerischen Wald die Arbeitskräfte williger waren“, begründete der Unternehmer seine Entscheidung damals. Hilz hat die Firma 1972 geerbt. Seit dem Jahre 2006 führt seine Tochter Cornelia Stix das Familienunternehmen weiter. Heute beschäftigt sie sieben Mitarbeiter, vor allem Frauen, von denen jede zwischen 100 und 130 Zigarren pro Stunde rollt.
Die Cigarrenmanufaktur, im Schatten der Pfarrkirche hat die Zeiten, in denen es für Insider ein Geheimtipp war, längst hinter sich. Besucher sind in "Little Havanna" mitten im Bayerischen Wald herzlich willkommen. Viele – auch Prominente wie der frühere Boxweltmeister Axel Schulz – nehmen die Bayerwald-Virginia, Cigarillo oder Zigarren, als Souvenir mit nach Hause und sichern so einen Teil des Absatzes der kleine Zigarrenfabrik, während der Rest zusammen mit anderen Zigarrenspezialitäten der Marke Edelweiß und W&R per Spedition auf die Reise zu den Abnehmern oft quer durch ganz Europa geht.

Cornelia Stix beim Prüfen der Tabakblätter. Foto: obx-news
Perlesreut (obx) – 7900 Kilometer liegen zwischen Kuba und Perlesreut (Kreis Freyung-Grafenau) im Bayerischen Wald. Im romantischen Arkadenhof des Hauses Nummer 15, direkt am Marktplatz, ist Havanna ganz nah. Der würzige Duft aromatischer Tabakblätter dringt aus dem Anwesen, das mit seinen weißen Säulengewölben dem Landsitz eines karibischen Tabakbarons ähnelt. Beim Blick ins Innere des Gebäudes offenbart sich dem Besucher eine scheinbar exotische Welt. Im warmen Licht alter Emaille-Lampen, auf Arbeitstischen, an denen die Jahrzehnte deutliche Spuren hinterließen, rollen hier sieben Frauen im 30-Sekunden-Takt wie in Havannas Tabakmanufakturen einen bayerischen Stammtisch-Klassiker: die 21 Zentimeter lange Bayerwald-Virginia – Hausmarke „Edelweiß“ und andere bekannte Zigarrenformate.

Auf Arbeitstischen, an denen die Jahrzehnte deutliche Spuren hinterlassen haben, rollen die Frauen im 30-Sekunden-Takt wie in Havannas Tabakmanufakturen einen bayerischen Stammtisch-Klassiker, der weltweit Freunde gefunden hat: Die 21 Zentimeter lange Bayerwald-Virginia – Hausmarke „Edelweiß“ und W&R. Foto: obx-news
Der österreichische Kaiser Franz Josef und Prinz Luitpold von Bayern haben die Virginia, die „bayerischste aller Zigarren“ – die sich durch ihre lange, natürliche Form, das Strohhalm-Mundstück und den Luftkanal aus echtem spanischem Dünengras von allen anderen Glimmstengeln unterscheidet – in den Alpenländern populär gemacht. Die Schafkopfer in den oberbayerischen und österreichischen Wirtshäusern rauchten sie ebenso, wie die Oberpfälzer Holzarbeiter. Auch wenn die Tabak-Konzerne mit Millionen teuren Werbekampagnen versuchen ihre Zigarren von der Stange an Mann und Frau zu bringen, plagen Cornelia Stix keine Existenzsorgen. Die „bayerische Virginia“, die weltweit nur in Perlesreut in Handarbeit hergestellt wird, hat allen Anti-Raucherkampagnen zum Trotz bis heute einen treuen Abnehmerkreis. In jüngster Zeit schätzen besonders junge Genießer die Virginia, mit ihr steht der Zigarrenliebhaber im Zenit der Bewunderung – denn ihr Duft und ihre Form sind doch sehr extravagant – weit über die Grenzen Deutschlands hinweg bis nach Österreich, in die Schweiz und nach Spanien.
Die klassische „bayerische Virginia“ besteht aus gerissenen Virginiasorten, sowie verschiedenen Java- und Sumatra-Anteilen, die mit einem Umblatt in Form gebracht werden. Jede Zigarre wird mit einem halben Tabakblatt der Sorte „Virginia dark fired“ oder „Kentucky dark fired“ ummantelt und mit Hilfe von Weizenstärke verklebt. „Das bringt den Geschmack, den Virginia-Fans lieben – das Virginiablatt nach Honig duftend und das Kentucky-Blatt schmeckt wie Geräuchertes“, sagt Stix. Die Bayerwald-Virginia, versichert die Unternehmerin, sei im Gegensatz zu den meisten industriell gefertigten Zigarren absolut naturblassen. „Wir verwenden keine Aromastoffe, Konservierungsmittel oder Brandverstärker, dafür nur edelste Tabake – die natürlich auch ihren Preis haben.“ Cornelia Stix will die Familientradition fortsetzen: „Die Firmenphilosophie, mit der einst Großvater Karl Hilz und mein Vater Hermann Hilz die Firma Wolf & Ruhland prägten, nehme ich mir sehr zu Herzen: Qualität vor Quantität – dem Kunden ein sauberes Produkt zu einem vernünftigen Preis zu bieten.“

Vor genau einem Jahrhundert im Jahre 1909 hat der Mannheimer Hermann Wolf die Zigarrenmanufaktur gegründet und in den 20er Jahren nach Perlesreut verlegt, „weil im Bayerischen Wald die Arbeitskräfte williger waren“, begründete der Unternehmer seine Entscheidung damals. Hilz hat die Firma 1972 geerbt. Seit dem Jahre 2006 führt seine Tochter Cornelia Stix das Familienunternehmen weiter. Heute beschäftigt sie sieben Mitarbeiter, vor allem Frauen, von denen jede zwischen 100 und 130 Zigarren pro Stunde rollt.
Die Cigarrenmanufaktur, im Schatten der Pfarrkirche hat die Zeiten, in denen es für Insider ein Geheimtipp war, längst hinter sich. Besucher sind in "Little Havanna" mitten im Bayerischen Wald herzlich willkommen. Viele – auch Prominente wie der frühere Boxweltmeister Axel Schulz – nehmen die Bayerwald-Virginia, Cigarillo oder Zigarren, als Souvenir mit nach Hause und sichern so einen Teil des Absatzes der kleine Zigarrenfabrik, während der Rest zusammen mit anderen Zigarrenspezialitäten der Marke Edelweiß und W&R per Spedition auf die Reise zu den Abnehmern oft quer durch ganz Europa geht.

Cornelia Stix beim Prüfen der Tabakblätter. Foto: obx-news






