27.10.2008
Wirtschaftskammern fordern Öffnung der Grenzen für Fachkräfte
ARGE28 zieht nach zehn Jahren erofolgreiche Bilanz
Die
Wirtschaftskammern der ARGE28 sprechen sich dafür aus, für
Akademiker und für Berufe mit abgeschlossener Berufsausbildung die
Arbeitsmärkte schon heute zu öffnen. Diese Forderung stellten
die 28 Kammern entlang der Grenzen zu den neuen EU-Beitrittstaaten in
ihrer jüngsten Sitzung in Frankfurt/Oder auf. Auch Deutschland
solle dem Beispiel Österreichs folgen und konsequent den
Arbeitsmarktzugang für Mangelberufe erleichtern, um damit dem
Mangel an Fachkräften auch im gewerblich-technischen Bereich zu
begegnen. Die noch bestehenden Beschränkungen behinderten nach
Auffassung der ARGE28 die mittelständischen Unternehmen bei ihren
grenzüberschreitenden Aktivitäten. Mit der Aufrechterhaltung
der Beschränkungen auch noch nach 2009 stünden Deutschland
und Frankreich in Europa nahezu isoliert da. Im Blick auf den
künftigen Fachkräftenachwuchs sollte auch die Ausbildung von
Lehrlingen aus den neuen Mitgliedsstaaten schon heute ermöglicht
werden. Die ARGE28 hat nach zehn Jahren erfolgreicher Arbeit in
Frankfurt/Oder ihre Auflösung beschlossen.
Vor zehn Jahren hatten sich die 28 Wirtschaftskammern aus Deutschland, Österreich, Italien und Griechenland zusammengefunden, um gemeinsam den Herausforderungen und Chancen der EU-Osterweiterung für die Grenzregionen zu begegnen.
„Politisch setzte sich die ARGE28 auf europäischer und nationaler Ebene in den vergangenen zehn Jahren vorrangig für einen Sonderstatus der Regionen entlang der Beitrittsgrenzen ein, in dessen Rahmen zusätzliche Fördermöglichkeiten und Finanzmittel zur Unterstützung vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen zur Verfügung gestellt werden“, sagte der Sprecher der ARGE28 und Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern•Oberpfalz, Toni Hinterdobler.
Daneben stellte sie die Forderung nach einer schrittweisen
Öffnung der Arbeits- und Dienstleistungsmärkte sowie einem
Ausbau leistungsfähiger Verkehrsverbindungen ins Zentrum ihrer
politischen Arbeit. „So hat sich die ARGE 28 innerhalb
kürzester Zeit zu einem kompetenten Ansprechpartner für
Politik, Wirtschaft und Wissenschaft entwickelt“ wie Walter
Keilbart, Hauptgeschäftsführer der IHK für Niederbayern
in Passau, hervorhob.
Die ARGE28 konnte die EU-Kommission dazu
bewegen, ein spezielles Sonderaktionsprogramm mit 120 Millionen Euro
für die Grenzregionen aufzulegen. Im Rahmen dieses
Sonderaktionsprogramms konnte die ARGE28 in direkter Partnerschaft mit
der EU-Kommission in eigener Verantwortung das Programm
„Gemeinsam mit Europa wachsen“ durchführen. Die
Kammern informierten dabei über 600.000 Unternehmen über die
Chancen und Herausforderungen der Erweiterung. Rund 7.000 KMUs nahmen
Beratungen und Coaching-Maßnahmen in Anspruch. An den 64
Projekten zur grenzübergreifenden Kooperation beteiligten sich
5.245 Unternehmen aus Industrie, Handel und Handwerk. „So konnten
wir undifferenzierte Ängste in konkrete Strategien
verwandeln“ sagte Toni Hinterdobler, Sprecher der ARGE28 und
Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer
Niederbayern•Oberpfalz. Es sei auch ein Verdienst der ARGE28, dass
die beschließende Ministerratssitzung im Rahmen der
EU-Regionalförderung für die Grenzregionen in Österreich
und Bayern zusätzliche Mittel in Höhe von 150 bzw. 65
Millionen Euro bewilligt habe, so Hinterdobler.
In Zukunft werden
die Kammern den Schwerpunkt auf die Vollendung des Binnenmarktes mit
den Beitrittstaaten legen, um dem Ziel des Zusammenwachsens
homogener Wirtschaftsräume über die neuen Binnengrenzen
hinweg näher zu kommen.






