24.10.2008
Wo gläserne Tannen wachsen
Eine neue Touristenattraktion im Bayerischen Wald: In der Nähe der Burgruine Weißenstein wächst ein Zauberwald aus Glas
Regen (obx) – Am
„Grünen Dach Europas“ in Niederbayern wächst ein
Wald, der seinesgleichen sucht: Bis fünf Meter ragen dort 26
grün, braun und blau schimmernden Tannen, Fichten, Buchen, Kiefern
und Espen in die Höhe. Im Wind aber wiegen sich diese Bäume
nicht und der Waldduft fehlt ihnen ebenfalls. Diese Stämme hat
nicht die Natur sondern Menschenhand geschaffen: Die Bäume in
diesem Wald bei Regen im Bayerischen Wald in Niederbayern sind aus
feinstem Quarzglas. Bei Touristen im Bayerischen Wald entwickelt sich
der 2000 Quadratmeter große „Gläserne
Zauberwald“ immer mehr zu einer der beliebtesten Attraktionen.
Mehr Informationen bei der Touristinformation Regen, Telefon: 09921/604-26,
Internet: www.regen.de
„Am Anfang hat uns schon so mancher Einheimische gefragt, was das denn soll mit den Bäumen aus Glas“, sagt Charly Rödl, Leiter der Touristinformation Regen. Er war es, der vor gut sechs Jahren die Idee für den „Gläsernen Wald“ hatte. Im Rahmen des Glasstraßen-Projekts, das seit zehn Jahren hunderttausende Touristen in den Bayerischen Wald lockt, wollte Rödl auch für die Region Regen nutzen. Heute sind auch die letzten Skeptiker in der Region überzeugt von dem Projekt, das schon viele Prominente anlockte. So schlenderten unter anderem Volksmusik-Moderatorin Carolin Reiber und Altbundeskanzler Helmut Kohl durch den „Gläsernen Wald“ am Fuß der Burgruine Weißenstein.
Der bekannte Glaskünstler Rudi Schmid – er hat im Bayerischen Wald eine einzigartige „Gläserne Scheune“ geschaffen – entwickelte eigens eine spezielle Glasmischung für die gläsernen Bäume: Denn die Stämme aus Glas sind auf den Höhen des Bayerischen Waldes Wind und Wetter ausgesetzt. Finanziert wurden die Bäume des gläsernen Zauberwalds durch Zuschüsse der öffentlichen Hand und durch Unternehmen aus der Region. Ein günstiges Vergnügen ist ein solcher Baum aus feinstem Quarzglas nicht. Bis zu 50.000 Euro oder noch mehr kann ein aufwändiges Exemplar kosten. Die Form der Laub- und Nadelbäume sei stets den echten Brüdern der Natur nachempfunden, sagt Glaskünstler Schmid.
Als besonders zauberhaft gilt der „Gläserne Wald“ im Winter, wenn er von einer dünnen Frostschicht überzogen ist. Touristen können den Zauberwald in geführten Wanderungen der Stadt Regen entdecken. Unter Leitung eines Natur- und Landschaftsführers erfahren die Spaziergänger auf ihrer Tour Wissenswertes über die Entstehung des „weißen Hexenfelsens“, wie die Quarzader des Großen Pfahls genannt wurde oder das „Fressende Haus“, der Turmbau von Burg Weißenstein.






