13.10.2008
Intelligenter Lotse durch den Park-Dschungel
Die Leitsysteme eines innovativen Mittelständlers aus Niederbayern spüren in Parkhäusern für Deutschlands Autofahrer auch den letzten freien Parkplatz auf
Deggendorf (obx) –
Gerade jetzt in der bevorstehenden Weihnachtszeit werden Deutschlands
Innenstädte wieder unter der Last der Besucher und Touristen
ächzen. Dann beginnt – wie meistens auch an Wochenenden und
an den Abenden – die Jagd auf die freien Parkplätze. Die
soll in den kommenden Jahren besonders in den Stadtzentren und an
großen Verkehrsknotenpunkten wie Flughäfen oder
Bahnhöfen einfacher werden. Möglich machen das intelligente
Verkehrsleitsysteme aus dem niederbayerischen Offenberg (Landkreis
Deggendorf). Dort hat ein innovativer Mittelständler ein
technisches Gesamtkonzept entwickelt, das Autofahrer in Echtzeit auf
die freien Plätze hinweist. Immer mehr deutsche Städte setzen
auf das niederbayerische Modell.
Das Besondere an dem innovativen Leitsystem von der Firma H+B aus Niederbayern ist die Steuerung, die komplett über Internet funktioniert. Die Informationen werden in Echtzeit ausgetauscht: Die Daten an den angebundenen Partkhäusern und Parkflächen werden per Internet an eine Zentrale übertragen, wo die freien Stellplätze errechnet werden. Die Ansteuerung der Ziffernanzeigen auf den Schildern erfolgt dann via Mobilfunk. Das macht das System gerade für Innenstädte so interessant: Zwischen der tatsächlichen Situation im Parkhaus und der Anzeige auf den Tafeln gibt es praktisch keine zeitliche Differenz mehr. Auf den Anzeigetafeln kann man genau ablesen, wie viele Plätze wo noch frei sind.
Immer mehr Städte setzen auf das innovative System aus Niederbayern: Der Flughafen München setzt bei der Einzelstellplatzüberwachung der mehreren Tausend Plätze in den Parkhäusern auf dem gesamten Gelände auf die Firma H+B. Auch die Stadt Erlangen vertraut bei ihrem neuen Leitsystem auf das niederbayerische Unternehmen. Mehr als 10.000 Stellplätze in 31 Parkhäusern haben die Kameras dort im Auge. Zusätzlich kommen die Leitsysteme auch auf Autobahnen zum Einsatz: Unter anderem auf der A99 bei München und auf der A73 bei Erlangen sichern die Einrichtungen auf Seitenstreifen und bei Tunneln, dass der Verkehr flexibel und in Sekundenschnelle beeinflusst werden kann.
Siemens, H+Bs Hauptauftraggeber, sind mit den Leittechnik-Spezialisten. Für das kommende Jahr seien die Auftragsbücher gut gefüllt, sagt Ludwig Brunner, der geschäftsführende H+B-Gesellschafter. Er beschäftigt heute 35 Mitarbeiter und vier Auszubildende. Derzeit verhandelt das Unternehmen über einen weiteren Millionenauftrag im Münchner Speckgürtel. Eine Entscheidung soll noch vor Weihnachten fallen.






