29.09.2008
Heilkraft für unser Klima - aus 1000 Meter Tiefe

Bad Füssing – Die Heilkraft des Bad Füssinger Thermalwassers bei Erkrankungen des Bewegungsapparats, bei Rheuma oder Rückenschmerzen ist legendär. Jetzt hilft die Heilquelle aus 1000 Metern Tiefe auch dabei, unsere Atmosphäre zu „heilen“. Durch den Einsatz des Wassers für Heizzwecke wird die CO2-Belastung der Umwelt deutlich reduziert.

Seit Jahren bemühen sich die Bad Füssinger um eine maximale Nutzung der Restwärme ihres Thermalwassers. Entdeckt wurden Bad Füssings Heisswasserquellen bereits vor 70 Jahren auf der Suche nach Erdöl. Statt auf Öl stießen die Bohrtrupps damals inmitten von Feldern und Wäldern auf heißes Wasser. Es war der Beginn der Erfolgsgeschichte von Bad Füssing, dem heute übernachtungsstärksten Kurort auf dem Kontinent.
 
Im Laufe der Zeit wurden drei Thermalquellen erschlossen. Heute sprudeln stündlich 100.000 Liter Schwefelwasser 56 Grad heiß aus dem Boden und füllen die mit 12 000 Quadratmetern ausgedehnteste Thermalwasserlandschaft Europas. Hat das Wasser in den drei Bad Füssinger Thermen seine Aufgabe als Heilmittel erfüllt und ist es zum Baden zu kalt geworden, wird das Wasser vor der Rückführung in die Erde heute in wachsendem Maß als Energiequelle genutzt. 

Das nützt nicht nur der Umwelt sondern spart der Kommune auch bares Geld. Um 40 Prozent sanken beispielsweise die Kosten für die Beheizung des kommunalen Freibads, seitdem dort das Heilwasser als Heizquelle eingesetzt wird. In der Therme 1, der ältesten der drei Bad Füssinger Thermen, wird das aus medizinischer Sicht „verbrauchte“ Thermalwasser nochmals über Wärmetauscher als Heizquelle genutzt. Zum Nulltarif und ohne jede Umweltbelastung werden damit dort alle Räume und auch das Warmwasser für die Duschen aufgeheizt.  Das entlastet die Umwelt um mehr als 1500 Tonnen CO2 pro Jahr, weil damit der Erdgasverbrauch der Therme 1 gegenüber früher glatt halbiert werden konnte. Insgesamt liefert das Bad Füssinger Thermalwasserkraftwerk derzeit Heizenergie, die dem Verbrauch von 240 Einfamilienhäusern entspricht.

Ein Versiegen ihrer unterirdischen Heizquelle brauchen die Bad Füssinger nicht zu befürchten und auch die Heilkraft Ihrer Quellen ist, wie ständige Untersuchungen der Universität München bestätigten seit 70 Jahren praktisch konstant. Bad Füssings Quellen scheinen unerschöpflich: Der Ort liegt auf einem rund 5900 Quadratkilometer großen unterirdischen Thermalwasservorkommen. Von Regensburg bis Linz und in Ausläufern bis nach Baden-Württemberg erstreckt sich dieser natürliche „Heißwasserboiler“ – eine in Europa beispiellosen Energiequelle, die speziell im Raum Bad Füssing auch noch besondere heilende Kräfte besitzt.



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