09.07.2008
„Naturfilm-Oscar 2008": Filmflimmern in der Wildnis
Filmemacher aus aller Welt bewerben sich Ende Juli im Bayerischen Wald in ungewöhnlicher Kulisse um den Naturfilm-Oscar 2008
Neuschönau (obx) – Zum siebten Mal ist die Nationalparkgemeinde Neuschönau im Bayerischen Wald in diesem Jahr die Kulisse für Deutschlands größtes Naturfilm-Festival „NaturVision“ (24. bis 27. Juli 2008). Regisseure und Filmproduzenten aus der ganzen Welt bewerben sich mit ihren aktuellsten Produktionen um die wohl begehrteste Trophäe im Natur- und Tierfilm-Genre. Ob auf der Suche nach dem Geheimnis tödlicher Algen, beim Aufspüren wilder Tiere auf den „Zauberbergen“ der Hohen Tatra oder dem Erkunden der Welt der Riesenratten – unmittelbar neben Wölfen, Bären und Luchsen in den Freigehegen des Nationalparks Bayerischer Wald flimmern bei „NaturVision“ die besten Natur- und Tierfilme zum Teil unter freiem Himmel über die Leinwände. Ein ganz besonderes Erlebnis: auf einer riesigen Leinwand inmitten des Neuschönauer Sees die besten Streifen in der Natur und unter freiem Sternenhimmel genießen.
Die einzigartige Atmosphäre und das hohe Niveau der Veranstaltung am „Grünen Dach Europas“ verschafft dem Festival, das 2008 zum 7. Mal stattfindet, international Aufsehen. Mehr als 100 Filme wurden heuer und in den vergangenen Jahren bereits für „NaturVision“ eingereicht, unter anderem auch aus Japan und Taiwan, Afrika, Südamerika, Europa und Australien. „Global Player wie das Magazin National Geographics, aber auch der Norddeutsche, der Bayerische Rundfunk und das österreichische Fernsehen sowie Zeitungen und Zeitschriften aus den unterschiedlichsten Ländern berichten darüber, sagt Ralph Thoms, Initiator des Filmfestivals. Er inszenierte 2001 das Filmgroßereignis zum ersten Mal. „Wir wollen die Vielfalt der Natur zeigen, die Schönheiten und das Faszinierende der Welt erlebbar machen“, sagt Thoms.
Der niederbayerische „Naturfilm-Oscar“ (eine stattliche gläserne Trophäe) ist in den vergangenen Jahren für die Natur- und Tierfilmer so wertvoll geworden wie die Goldene Palme oder der Silberne Löwe. Größter Unterschied zu den bekannteren Festivals: Produktionen aus Hollywood, Babelsberg oder München setzen auf Effekte, Stunts und Action – beim Natur- und Tierfilm-Genre steht das Ursprüngliche und Unverfälschte im Mittelpunkt. Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein hat in diesem Jahr die Schirmherrschaft für das Festival übernommen: „NaturVision dokumentiert in einer Vielzahl von oft schönen, mitunter gewiss auch kritischen Bildern den Prozess, einen Ausgleich zwischen Ökologie und Ökonomie zu finden“, sagt er.
Eine Jury nominiert in der Vorauswahl jedes Jahr die „Finalisten“ für das Festival. In diesem Jahr stehen unter anderem „Das Abenteuer der Eisbärenkinder“ – eine Hommage an die weißen Raubtierbabys Knut und Flocke, „Das Geheimnis der Buckelwale“ und „Jaglavak – das Porträt einer fleischfressenden Ameise“ auf dem Programm. Seit einigen Jahren geht es in den Filmbeiträgen zunehmend auch um die Bedrohung der Natur durch den Menschen: Ein Film in diesem Jahr beleuchtet beispielsweise, wie die Tier- und Pflanzenwelt Südeuropas bedroht sind, weil Wüsten sich immer weiter ausbreiten.
Namhafteste Vertreter des Genres werden in der Haupt-Jury sitzen und die Sieger in insgesamt acht Kategorien küren. Ausgezeichnet werden der beste internationale, der beste deutsche und der beste bayerische Film. Zudem werden Preise für die beste Kameraführung, die beste Story, der beste Streifen für Jugendliche und den Favoriten des Publikums verliehen. Mehr Informationen: www.natur-vision.de






