25.06.2008
Nie wieder Fliegenpilze im Korb

Im Altmühltal in Niederbayern können Pilzfreunde auf Deutschlands einzigem "Schwammerl-Lehrpfad" lernen, Giftpilze künftig stehen zu lassen

Painten (obx) – Diese Frage treibt nicht nur Generationen von Kindern seit Jahrzehnten um: Wie kommen die weißen Tupfer auf den Fliegenpilz? Auf Deutschlands erstem Lehrpfad für angehende Pilzsucher im niederbayerischen Painten (Landkreis Kelheim) wird diese Frage und alle anderen Geheimnisse rund um die Spezies Pilz jetzt umfassend und unterhaltsam beantwortet. Der Wanderweg bietet ganz neue Möglichkeiten, vom "Schwammerl-Laien" zum Pilzexperten zu werden: Einheimische und Touristen können auf dem bundesweit einzigartigen 3,5 Kilometer langen Wanderweg für "Schwammerl-Sucher" anhand von Schautafeln und echten Exemplaren lernen, genießbare und giftige Pilze voneinander zu unterscheiden.

Jeder der schon einmal Pilze gesammelt hat, kennt das Problem: Man kann noch so viel Literatur wälzen – der gefundene Pilz sieht niemals so aus wie auf dem Foto im Pilzführer. Dieses Dilemma war die Geburtsstunde für die Idee von Deutschlands erstem "Schwammerlpfad". "Der beste Ort zur Kontaktaufnahme mit dem Pilz ist der Wald", sagt Ulrike Eberl-Walter vom Tourismusverband Ostbayern.

Steinpilz, Marone, Rotkappe, Fliegenpilz und Knollenblätterpilz: Ein Pilz sieht verlockender aus als der andere. Und doch kann die Tour durch den Wald gefährlich ausgehen: Jedes Jahr müssen Deutschlands Notärzte nach aktuellen Statistiken mehrere Tausend Mal ausrücken, weil Menschen aus Versehen einen Giftpilz in den Eintopf oder die Pfanne geschnitten haben. Mit "Erlebnisunterricht" direkt an der frischen Luft in der grünen Natur des Altmühltals und ganz nah bei den echten Pilzen wollen die Initiatoren des neuen "Schwammerlpfades" dieses Risiko verringern. "Auf diese Weise können Verwechslungen dann zukünftig viel häufiger ausgeschlossen werden", sagte ein Sprecher des Tourismusverbands Kelheims.

Der Paintner Forst – dort schlängelt sich der neue Pilz-Wanderweg (www.schwammerllehrpfad.de) durch den Wald – gilt unter eingefleischten Pilzkennern als das bayerische Schwammerlparadies schlechthin. Auf 3,5 Kilometern und an fünf Stationen erhält der Schwammerl-Interessierte viele Antworten auf Fragen rund um den Pilz. Ergänzt werden diese Informationen durch wichtige Tipps und Regeln zum Pilzesammeln. Anhand von Fragetafeln kann entlang des Weges das eigene Schwammerl-Wissen getestet werden. Und auf einer der Tafeln findet sich auch die Antwort auf die Frage, wie die weißen Tupfen auf den Hut des Fliegenpilzes kommen: Das sind die Reste der weißen Haut, in der der Pilz in seiner Jugend steckte.



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