24.06.2008
Neuer Museumsjuwel für die „Blaue Lebensader Europas"

Einzigartiges Zeugnis des Mittelalters: In Deggendorf in Niederbayern lässt ein restauriertes Schiffsmeisterhaus die große Geschichte der Donau lebendig werden

Deggendorf (obx) – In einem mehr als 400 Jahre alten Schiffsmeisterhaus in Deggendorf soll ab sofort die Donau als „blaue Lebensader Europas“ erlebbar werden. Nach einer mehrjährigen, schwierigen Komplettsanierung hat Bayerns Umweltminister Otmar Bernhard (CSU) das Bürgerhaus aus dem 16. Jahrhundert jetzt eröffnet. Das Schiffsmeisterhaus soll als lebendiges Museum und Ausstellungszentrum Besuchern aus dem In- und Ausland die Bedeutung der Donau als Zentrum für den Austausch der Kulturen, als einzigartigem Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen und als Freizeitparadies erster Güte näherbringen.

Der 20. Juni als Termin für die offizielle Einweihungsfeier war kein Zufall: An diesem Tag feiert Bayern den internationalen Donautag. Ein Feiertag für einen Fluss, der Völker und Länder verbindet: Auf mehr als 2.800 Kilometern schlängelt sich die Donau vom Schwarzwald bis hin zur Mündung im Schwarzen Meer als blaues Band durch Mittel- und Osteuropa. Mehr als 80 Millionen Menschen leben an ihren Ufern.


Deggendorf gehört neben Regensburg, Passau, Straubing und Vilshofen zu den niederbayerischen Städten, die sich seit mehreren Jahren ein Ziel ganz groß auf ihre Fahnen schreiben: in Zukunft noch stärker mit dem Fluss zu leben. Bayerns Umweltminister Otmar Bernhard erklärte in seiner Eröffnungsrede, warum die Donau so wichtig ist: „Die Donau ist Energiequelle, Verkehrsweg, Erholungsraum und Naturparadies zugleich“, sagte er. „Das Wasser macht an den Grenzen nicht halt und verbindet die Völker.“

Die Völkerverständigung an der Donau hat große Tradition: Im Mittelalter waren es die Schiffsmeister, die als tüchtige und mächtige Händler nicht nur den Austausch der Waren sondern auch die Begegnung der Menschen entlang der Donau förderten. Ihre Häuser waren die schönsten und repräsentativsten ihrer Zeit, sie trotzten Wind, Wetter, Kriegen und Hochwassern. Dennoch sind heute nur noch wenige dieser Gebäude übrig. Auch das Deggendorfer Schiffsmeisterhaus war vor der rund 1,2 Millionen Euro teuren Komplettsanierung stark einsturzgefährdet.

In dem neuen Gebäudejuwel in Deggendorf sollen zukünftig wechselnde Ausstellungen den Lebens- und Kulturraum Donau erlebbar machen. Die Jahresausstellung 2008 beleuchtet die Bedeutung des Trinkwassers. Zu diesem Thema stellen auch zehn Schulen aus ganz Niederbayern selbstgefertigte Kunstobjekte als Plädoyer für sauberes Trinkwasser aus. Die Ausstellung sollen in Zukunft über den Lebensstrom Donau und den nahen Donauradweg auch Besucher aus dem Ausland locken – und das Schiffsmeisterhaus zum neuen Zentrum des Austauschs an der Donau machen. „Deshalb ist dieses Haus ein Geschenk für unsere Stadt“, sagte Deggendorfs Oberbürgermeisterin Anna Eder bei der offiziellen Einweihung.

 



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