17.06.2008
Einzigartige Touristenattraktion in Niederbayern: Mit Wellenkraft auf Wasser-Erlebnisreise
Europaweit einmalige Wasser-Erlebnis-Welt: Ein einzigartiges Umweltzentrum an den Donauufern bei Passau lockt Jahr für Jahr Tausende nach Niederbayern auf die Spuren des kostbaren Rohstoffs Wasser
Untergriesbach/Jochenstein (obx) – Wasser mit allen Sinnen erleben: Die Besucher im „Haus am Strom“ bei Untergriesbach im Landkreis Passau sollen das Wasser nicht nur sehen, sondern auch hören, fühlen, schmecken und riechen. An einer Wasserbar können sie zum Beispiel die Empfindlichkeit ihres Geschmackssinnes testen oder in einem großen Aquarium Smaragdeidechsen und Eskulapnattern beobachten, sowie den Klängen der Wassermusik lauschen. Inmitten des Naturschutzgebietes der Donauhänge nahe der Dreiflüssestadt Passau will das in Europa einzigartige Umwelt- und Wassererlebniszentrum „Haus am Strom“ zeigen, wie Natur und Technik, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand funktionieren.
Im „Haus am Strom“ am niederbayerischen Donauufer können die Besucher viel Wissenswertes und Kurioses zum Thema Wasser lernen – vor allem aber erleben. „Wir betreiben hier Umweltschutz nicht mit erhobenem Zeigefinger“, sagt Ralf Braun, der Leiter der Einrichtung. Mehr als 100.000 Besucher haben sich seit der Eröffnung vor rund acht Jahren davon überzeugt.
Die Nähe zum Wasser drückt sich auch in der Formgebung aus: Ein Gebäude in Fischform ist der Mittelpunkt des Zentrums. Das als Vortragsraum konzipierte Nebengebäude wurde in Form eines Flusskiesels gebaut, und der „Bauch“ des Fisches beherbergt eine Ausstellung, die unterhaltsam das Thema „Leben und Wirtschaften mit Wasser“ vermittelt. Beim Bau wurden nur natürliche Materialien und heimische Hölzer verwendet. Versorgt wird das „Haus am Strom“ zudem ausschließlich mit regenerativer Energie. „Wir beziehen unseren Strom aus dem nahe gelegenen Wasserkraftwerk Jochenstein und nutzen die Abwärme als Heizung“, erklärt Braun.
Der Fahrstuhl allerdings, der die Besucher vom Erdgeschoss ins erste Stockwerk bringt, funktioniert ganz ohne Strom – nach dem Schleusenprinzip. Unter der Kabine strömt in Europas einzigem Wasserlift auf Knopfdruck Wasser aus der Donau ein und lässt den Fahrstuhl nach oben steigen. Es dauert gut eine Minute, bis die Besucher einen Stock höher kommen. Dafür kann man durch den gläsernen Boden aber die Kraft des Wassers beobachten.
In der Umgebung des wohl einzigartigen Zentrums können die Besucher viel über die Bedeutung des Wassers und der schutzwürdigen Landschaft erfahren. Ausgebildete Natur- und Kulturführer begleiten die Besucher bei einem Trip in die steilen und schwer zugänglichen Donauhänge. Die Donau-Ranger kennen viele Geschichten über das Naturschutzgebiet und haben ein gutes Auge für die Tiere und Pflanzen.
Das beeindruckt nicht nur Schulklassen, die übers Jahr nach Untergriesbach kommen. Zehntausende Besucher waren es seit der Eröffnung im Juli 2000. Besonders im Sommer erfreut sich die „Wasser-Erlebnis-Welt“ größter Beliebtheit. Da das „Haus am Strom“ direkt am Donauradweg liegt, machen auch viele Radtouristen, die auf ihrer Tour durch Niederbayern im Dreiländereck Deutschland, Österreich und Tschechien unterwegs sind, hier Halt.
Bei der Konzeption des „Hauses am Strom“ hatte eine Selbsthilfegruppe für behinderte und chronisch kranke Kinder angeregt, in einer solchen Einrichtung Kindern ein eigenständiges Leben als Erwachsene zu ermöglichen. So entstand ein Zentrum von europäischem Maß. Heute gibt es im „Haus am Strom“ fünf Vollzeitarbeitsplätze und etwa 25 Natur- und Landschaftsführer, die unter anderem mit Behinderten aus der Region rund um Untergriesbach besetzt sind. Betrieben wird das Haus von einer gemeinnützigen GmbH, die aus mehreren öffentlichen und privaten Gesellschaftern aus Deutschland und Österreich besteht.
Mehr Informationen: www.hausamstrom.de






