28.02.2008
Der neue Trend im Orient: Bayrisch-Bügelfrei statt klassischer Kaftan
Ob in Jordanien, Dubai oder Kanada: Bügelfreie Hemden aus dem niederbayerischen Passau werden in immer mehr Ländern der Erde zu Millionensellern
Passau (obx) – Immer mehr Scheichs in Jordanien, Dubai und Co. lassen ihre langen weißen Kaftane und Anzüge im Kleiderschrank hängen – und streifen sich stattdessen ein Hemd deutscher Produktion über: Die Hemden des niederbayerischen Textilherstellers Eterna Moden in Passau finden gerade in der arabischen Welt, aber auch in Kanada, Frankreich und vielen weiteren Ländern der Erde immer reißenderen Absatz. Allein im vergangenen Jahr hat der Erfinder und heute europaweit führende Hersteller von bügelfreien Baumwollhemden ein Umsatzplus von fast zehn Prozent erwirtschaftet und weltweit mehr als 3,5 Millionen Herrenhemden, eine halbe Million Blusen und rund 100.000 Krawatten an den Mann und die Frau gebracht. Das Geheimnis der Hemden aus Passau: Ständige Innovationen im Herstellungsprozess und ein einmaliges „Öko-Versprechen“ machen sie in den Regalen einzigartig.
Eterna war in seiner fast 150-jährigen Firmengeschichte immer wieder ein Vorreiter für die gesamte Modewelt; zum ersten Mal, als die Gebrüder Hönigsberg in Wien 1863 die Firma Eterna gründeten. In einer Zeit, in der steife Kragen mit kleinen, unverrutschbaren Ecken der letzte Schrei waren, gingen sie mit einer Weltneuheit auf den Markt: Hemden aus Doppelstoff mit andersfarbigen und deutlich lockerer sitzendem Kragen. Das war die Geburtsstunde des halbsteifen Kragens „made in Passau“. Die Männerwelt landauf landab war entzückt – und Eterna machte sich weltweit einen Namen.
Auch bei der nächsten Revolution am Oberkörper des Mannes, mehr als hundert Jahre später, waren die Passauer wieder die ersten: Sie brachten ein Baumwoll-Hemd auf die Welt, dass der Hausfrau das Bügeln ersparte. 1982 trat das „bügelfreie Hemd“ aus Passau seinen Siegeszug auf der ganzen Welt an. Bis heute wird die Sparte „bügelfrei“ exklusiv in der Schweiz für das Passauer Modeunternehmen hergestellt – und Eterna ist Marktführer genau wie vor einhundert Jahren.
Bis hierher könnte es die Geschichte eines großen Familienunternehmens sein, dem mit einem einmaligen Produkt der Durchbruch gelingt und das anschließend ausschließlich große Tradition zum Markenzeichen des Konzern macht. Nicht so Eterna: Die Niederbayern sind zwar dem klassischen Hemd immer treu geblieben, trotz der reichen Historie hat das Passauer Modeunternehmen nie die Lust an der Innovation verloren.
Vor fünf Jahren verblüfften die Passauer die Modewelt deshalb erneut: mit einem Hemdstoff, der resistent ist gegen Schweiß- und Körpergerüche und mit Hemden, bei denen kein Fleck eine Chance hat. Das Geheimnis der speziellen „Anti-Geruchs“-Veredelung sind winzig kleine Spezial-Moleküle, die Zigarettenqualm, Schweiß und andere unangenehme Düfte sicher einschließen und bei der nächsten Wäsche wieder abgeben.
Und auch im Jahr 2008 will der Passauer Hemden- und Blusenfabrikant seinen Weg der Innovation weitergehen, der ihm mittlerweile die Türen zu Modehäusern in 23 Ländern der Erde öffnete. „Unser ganzes Bestreben geht in die Weiterentwicklung zur Verbesserung der Bügelfreiheit“, sagt Unternehmenssprecherin Ute Häringer. Mit einer neuen Nahttechnologie sei es Eterna bereits gelungen, dass die Nähte auch nach der Wäsche nicht mehr kräuseln.
Was die Hemden aus Niederbayern in den Regalen zusätzlich einzigartig macht: Seit der Jahrtausendwende setzt der Marktführer aus Passau auf Umweltverträglichkeit in höchstem Maße. Als erster europäischer Hemdenfabrikant überhaupt unterzog sich Eterna einer aufwändigen Öko-Zertifizierung. „Dank unserer strikten und lückenlosen Produktion in Europa war das möglich“, sagt Geschäftsführer Wulf Nerbe. 92 Millionen Euro Jahresumsatz haben die knapp 200 deutschen Mitarbeiter in Passau und die rund 800 Mitarbeiter in der Slowakei 2007 erwirtschaftet, sechs Millionen Euro mehr als im Vorjahr: eine absolute Ausnahme in der deutschen Textilbranche. In diesem Jahr will Eterna weiter wachsen. Den Schlüssel dafür glaubt man in Passau gefunden zu haben, er heißt – Innovation.






