04.02.2008
Straubing: Bayerns neues Tor zur Welt

Wachstumsmagnet an der Donau: Der Straubinger Hafen sowie der Logistik- und Industriepark Straubing in Niederbayern erlenben einen beispiellosen Ansiedlungs- und Investitionsboom / 275 Millionen Euro sollen Straubing zu Deutschlands führendem "Hafen der Zukunft" und zu einem führenden Stadort für die Rohstoffe von morgen machen

Straubing (obx) - Zukunftschancen auf rund zwei Millionen Quadratmetern: Der Industriepark in Straubing-Sand mit direktem Zugang zur Donau und zu den großen deutschen Autobahnen scheint Unternehmen derzeit fast wie magisch anzuziehen. Für 2007 vermeldeten die Initiatoren von der Stadt Straubing, vom Landkreis Straubing-Bogen und von der Standortgemeinde Aiterhofen zum dritten Mal ein Rekordergebnis: Auf 200.000 Quadratmetern siedelten sich neue Investoren an, der Güterumschlag im Logistikpark stieg auf insgesamt knapp drei Millionen Tonnen. Das sind rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt 275 Millionen Euro haben die öffentliche Hand und private Investoren in den Logistik- und Industriepark inklusive Bayerns jüngstem Donauhafen investiert: für die Verantwortlichen in der Region ein Meilenstein, um Straubing-Bogen zu einer von Deutschlands führenden Wirtschaftsregionen des 21. Jahrhunderts zu machen.

In und um Straubing sprechen Politiker und Unternehmer gern von der „Aufsteigerregion Straubing-Bogen". Dahinter steht ein so simples wie geniales Konzept: „Wir bieten ein innovatives, dynamisches und unternehmerfreundliches Wirtschaftsklima, gepaart mit den Vorzügen und der Lebensqualität einer ländlichen Region zwischen München und dem Bayerischen Wald", sagen Straubings Oberbürgermeister Manfred Perlak und der Straubinger Landrat Alfred Reisinger. Ihr langfristig erdachtes Konzept von Straubing als „Metropole von morgen" scheint tatsächlich aufzugehen: in einen bundesweit einzigartigen Wissenschaftszentrum werden die Rohstoffe von morgen erforscht, voraussichtlich noch in diesem Jahr geht eine von Deutschlands größten Ölmühlen zur Erzeugung von Biodiesel in Betrieb und geplant ist ebenfalls 2008 der Startschuss des wegweisenden Bio-Campus-Projekts. Dort soll untersucht werden, wie sich Biomasse als Energie von morgen nutzen lässt.

Der Logistik- und Industriepark in Straubing ist eine echte Erfolgsgeschichte: Bereits heute arbeiten in dem Innovations- und Gründungszentrum an der Schnittstelle von Wasser, Eisenbahn und Straße in knapp 30 Unternehmen mehr als 2.200 Menschen. „Tendenz steigend", sagt Manfred Krä, der Bürgermeister der Standortgemeinde Aiterhofen.

Es sind die Großen der Branche, die in Straubing den Grundstein für ihre Zukunft legen: 2007 hat sich unter anderem der Kran- und Sondermaschinenhersteller Sennebogen im Hafen angesiedelt und baut derzeit für rund 30 Millionen Euro ein hochmodernes Produktionswerk mit Entwicklungszentrum und Vertriebszentrale. Bereits Mitte dieses Jahres sollen die ersten Maschinen mit einem Eigengewicht von bis zu 220 Tonnen und Auslegerlängen bis 125 Meter das Werk verlassen. Ebenfalls neu: Europas führender IT-Großhändler Ingram Micro errichtet in Straubing das mit 80.000 Quadratmetern größte IT-Logistikzentrum auf dem gesamten Kontinent. Insgesamt wurden 2007 im Straubinger Hafen rund 2,5 Millionen Tonnen umgeschlagen, rund zwei Millionen davon auf der Straße. Zukünftig sollen noch mehr Güter auf der Donau transportiert werden. Auf diesem Wege haben den niederbayerischen Vorzeigestandort im vergangenen Jahr knapp 300.000 Tonnen Waren verlassen. In diesem Jahr dürfte der Güterumschlag mit der Inbetriebnahme der Campa Ölmühle nochmals deutlich steigen. Über 600.000 Tonnen Rapssaat sollen dort zukünftig pro Jahr in den „Zukunfts-Kraftstoff" Biodiesel umgewandelt werden.

Den nächsten Coup haben die Visionäre der „Aufsteigerregion Straubing-Bogen" ebenfalls schon geplant. Im Herbst 2008 soll ein neues Unternehmenszentrum eröffnet werden für Start-Ups, die mit den Rohstoffen von morgen den Markt erobern wollen. In diesem „BioCubator" sollen Unternehmen dann ganz besonders günstige Mietkonditionen erhalten und einen direkten Anschluss an das bereits bestehende Innovations- und Gründungszentrum. Und dann, so hoffen die Betreiber, kommen aus Straubing nicht nur die „Zukunfts-Rohstoffe" Biodiesel, Pflanzenöl und Holzpellets sondern auch noch andere Kraftstoffe von morgen. Solche, die heute noch keiner kennt.



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