25.02.2008
Sicher wie "Alcatraz": Europas größte Bären-Pension
Im neuen Bad Füssinger Bärenpark sollen in Zukunft alte und gequälte Bären ienen ungestörten Lebensabend verbringen
Bad Füssing (obx) – Im niederbayerischen Bad Füssing steht Europas größter Bärenpark. Einen nahezu siebenstelligen Betrag hat die gemeinnützige „Gewerkschaft für Tiere“ in das Projekt investiert. Auf dem Gelände eines ehemaligen Munitionsdepots der Bundeswehr mit der Ausdehnung von 15 Fußballfeldern sollen demnächst alte oder nicht artgerecht gehaltene Bären vor allem aus Osteuropa ihren Lebensabend verbringen können.
Finanziert wurde der „Gnadenhof für Bären“ durch Erbschaften und Spenden engagierter Tierschützer und Tierliebhaber, die den Bau des Gnadenhofs aber auch zur Bedingung für die Spende gemacht haben, heißt es seitens der „Gewerkschaft für Tiere“. Die Tierhilfe-Organisation ist von dem 2005 verstorbenen Rechtsanwalt und Fernsehmoderator Dr. Andreas Grasmüller gegründet worden. Grasmüller war auch der Initiator des Bärenparks.
Die „Gewerkschaft für Tiere“ ist eine Tierschutzorganisation zur aktiven Bekämpfung der Tierquälerei, nicht artgerechter Tierhaltung und überflüssiger Tiertransporte. Der Verein betreibt bereits seit längerem nahe München einen Gnadenhof für Tiere aller Art. Die Mitglieder arbeiten zum Teil auch als Sachverständige für Behörden.
Im neuen Bärenreservat in Bad Füssing sollen vor allem „psychisch verbogene“ Tiere, wie Zirkusbären und Tanzbären primär aus osteuropäischen Ländern den Rest ihres Lebens in artgerechter Haltung verbringen können. „Die Bären sollen hier ihre Ruhe haben. Der Tierschutz, aber auch wissenschaftliche Verhaltensstudien sind uns wichtiger als eine hohe Besucherfrequenz“, sagt Projektleiter Adelward Niederhofer.
Umfassende hoch technisierte Sicherheitseinrichtungen rund um das ehemalige Bundeswehr-Munitionsdepot machen das Gehege nach Aussagen der Erbauer „zum sichersten Tiergehege auf dem Kontinent.“ Niederhofer: „Besucher nannten die Anlage schon ein niederbayerisches Alcatraz“. Das Gefängnis von Alcatraz auf einer Insel vor San Francisco galt früher als das sicherste Kittchen der Welt.
Deshalb gebe es auch keinen Widerstand aus der Bevölkerung in der Nachbarschaft. Das Gelände wird von insgesamt zwei Zäunen umgeben: einem speziell gesicherten Hochsicherheitszaun innen sowie einem niedrigeren Außenzaun. Diese doppelte Barriere ist Teil eines umfassenden Sicherheitskonzepts, das die zuständigen Behörden (unter anderem Polizei, Bayerisches Rotes Kreuz, Feuerwehr und Landratsamt) geprüft und abgenickt haben.
Die „Gewerkschaft für Tiere“ verhandelt der Vereinsleitung zufolge derzeit mit einigen Besitzern in osteuropäischen Ländern, um deren nicht artgerecht gehaltene Bären zu erwerben und dann auf den Gnadenhof nach Bad Füssing zu bringen.
Der Standort Bad Füssing sei für das Projekt eine erste Wahl gewesen, weil das Bayerische Thermenland ja zu den touristischen Brennpunkten Bayerns zähle und das ehemalige Munitionsdepot in einem Wald optimal für den Bärenpark geeignet sei, so der Verein. Bad Füssings Kurdirektor Rudolf Weinberger sieht das Projekt positiv: „Wenn für Bevölkerung und Besucher maximale Sicherheit gewährleistet ist, sehe ich in dem Bärenpark eine echte Bereicherung – für die Bürger der Region, vor allem aber natürlich für die jährlich rund 1,8 Millionen Gäste in unseren Thermen.“






