Bayerns weiß blaues Rautenwappen: in Niederbayern „erfunden“
Bogen (obx) – Sie gehören zum BayernBild ebenso wie
Lederhosen und Gamsbart, wie Bier und Reiberknödel. Die
weißblauen Rauten sind seit mehr als 750 Jahren Symbol für
die Einheit des Freistaats und noch heute fester Bestandteil des
Bayerischen Staatswappens. „Gott mit dir, du Land der Bayern
unterm Himmel, weiß und blau“ – heißt es in der
bayerischen Hymne. Mit dem weiß-blauen Himmel über
Oberbayerns Bergen und Seen haben die Rauten aber nichts zu tun. Das
weißblaue Rautenwappen stammt aus dem Herzen Niederbayerns.
„Erfunden“ haben sie die Grafen von Bogen vor rund 800
Jahren.

Sie gehören zum BayernBild ebenso wie Lederhosen und Gamsbart, wie Bier und Reiberknödel. Die weißblauen Rauten sind seit mehr als 750 Jahren Symbol für die Einheit des Freistaats und noch heute fester Bestandteil des Bayerischen Staatswappens. Foto: obx-news
Urkundlich erwähnt wurden die Grafen von Bogen erstmals in Quellen des 11. Jahrhunderts. Sie führten bereits damals nachweislich die Rauten als Wappen im Schild. Das mächtige Geschlecht beherrschte große Gebiete beiderseits der Donau und mehrte seinen Besitz im fruchtbaren Gäuboden, im Bayerischen Wald und bis nach Böhmen. Die letzte Gräfin von Bogen, die böhmische Herzogstochter Ludmilla, heiratete im Jahr 1204 in zweiter Ehe den Wittelsbacher Ludwig den Kelheimer. Das Paar starb kinderlos. Damit fiel 1242 der Familie der Wittelsbacher neben dem immensen Landbesitz der Grafschaft auch das Rautenwappen zu.
In dem Sammelband „Wittelsbach und Bayern“ zu den großen WittelsbacherAusstellungen schrieb der Regensburger Geschichtsprofessor Wilhelm Volkert: „Das bekannteste Abzeichen der bayerischen Herzöge, das schon in spätmittelalterlicher Zeit als Symbol des Landes Bayern verstanden worden ist, sind die Rauten. In wappenmäßiger Darstellung erscheinen sie erstmals auf einem Siegel Herzogs Ludwig II., dessen ältester Abdruck aus dem Jahr 1247 überliefert ist.“ Während der ganzen Regentschaft der Wittelsbacher blieb der Rautenschild das Symbol für das gesamte Herzogtum und später für das Königreich Bayern. Auch danach blieb das Rautenwappen Bestandteil des im Jahr 1923 von dem Schleißheimer Heraldiker Otto Hupp entworfenen bayerischen Staatswappens.
Im heutigen großen Staatswappen des Freistaates Bayern, das seit 1950 gilt, verlegte der Münchner Maler und Grafiker Eduard Ege die Rauten als Herzschild in die Mitte. Als kleines Staatswappen dient der Rautenschild allein. In seinem Buch „Die Zeichen des Reiches Symbole der Deutschen“ schreibt der Experte Karlheiz Weissmann: „Entgegen der verbreiteten Meinung ist der Rautenschild keineswegs beliebig gezeichnet. Seit dem 15. Jahrhundert setzte sich die Zahl von insgesamt 21 ganzen und angeschnittenen Rauten durch.“
Im aktuellen großen Staatswappen, das den gesamten Freistaat symbolisiert, stehen die vier Felder für die verschiedenen Stämme Bayerns. Der goldene Löwe symbolisiert die Oberpfalz und geht historisch auf die pfälzische Linie der Wittelsbacher zurück. Ursprünglich diente der Löwe den Welfen als Zeichen ihrer Herrschaft als „Pfalzgrafen bei Rhein“. Als im Jahr 1214 Kaiser Friedrich II. die Pfalz den Wittelsbachern übertrug, behielten diese den Löwen als Wappentier.
Der blaue Panther steht für den Stamm der Altbayern. Dieses Wappentier geht auf die Grafen von OrtenburgKraiburg aus der Familie der Spanheimer zurück, die zwischen Donau, Isar, Inn und Chiemsee siedelten. Mitte des 13. Jahrhunderts fiel dieses Wappen zusammen mit deren Besitz an die Wittelsbacher. Der so genannte „fränkische Rechen“ drei silberne Spitzen in rot war seit 1350 das Wappen des Hochstifts Würzburg. Der Rechen im Staatswappen steht heute für das gesamte Franken, das als Herzogtum im Jahr 1804 Bayern zugeschlagen wurde und laut Weissmann keinen eigenen Schild hatte.
Als Sinnbild für Schwaben wählten der Heraldiker Hupp und in dessen Folge der Grafiker Ege drei schwarze Löwen, die laut Prof. Dr. Wilhelm Volkert auf das Wappen der schwäbischen Herzöge aus dem Haus der Staufer zurückgehen. Nach dem Aussterben der Staufer war dieses Wappen in Schwaben vielfach verwendet worden und hatte auch Eingang in das Staatswappen des Königreichs Württemberg gefunden.

Sie gehören zum BayernBild ebenso wie Lederhosen und Gamsbart, wie Bier und Reiberknödel. Die weißblauen Rauten sind seit mehr als 750 Jahren Symbol für die Einheit des Freistaats und noch heute fester Bestandteil des Bayerischen Staatswappens. Foto: obx-news
Urkundlich erwähnt wurden die Grafen von Bogen erstmals in Quellen des 11. Jahrhunderts. Sie führten bereits damals nachweislich die Rauten als Wappen im Schild. Das mächtige Geschlecht beherrschte große Gebiete beiderseits der Donau und mehrte seinen Besitz im fruchtbaren Gäuboden, im Bayerischen Wald und bis nach Böhmen. Die letzte Gräfin von Bogen, die böhmische Herzogstochter Ludmilla, heiratete im Jahr 1204 in zweiter Ehe den Wittelsbacher Ludwig den Kelheimer. Das Paar starb kinderlos. Damit fiel 1242 der Familie der Wittelsbacher neben dem immensen Landbesitz der Grafschaft auch das Rautenwappen zu.
In dem Sammelband „Wittelsbach und Bayern“ zu den großen WittelsbacherAusstellungen schrieb der Regensburger Geschichtsprofessor Wilhelm Volkert: „Das bekannteste Abzeichen der bayerischen Herzöge, das schon in spätmittelalterlicher Zeit als Symbol des Landes Bayern verstanden worden ist, sind die Rauten. In wappenmäßiger Darstellung erscheinen sie erstmals auf einem Siegel Herzogs Ludwig II., dessen ältester Abdruck aus dem Jahr 1247 überliefert ist.“ Während der ganzen Regentschaft der Wittelsbacher blieb der Rautenschild das Symbol für das gesamte Herzogtum und später für das Königreich Bayern. Auch danach blieb das Rautenwappen Bestandteil des im Jahr 1923 von dem Schleißheimer Heraldiker Otto Hupp entworfenen bayerischen Staatswappens.
Im heutigen großen Staatswappen des Freistaates Bayern, das seit 1950 gilt, verlegte der Münchner Maler und Grafiker Eduard Ege die Rauten als Herzschild in die Mitte. Als kleines Staatswappen dient der Rautenschild allein. In seinem Buch „Die Zeichen des Reiches Symbole der Deutschen“ schreibt der Experte Karlheiz Weissmann: „Entgegen der verbreiteten Meinung ist der Rautenschild keineswegs beliebig gezeichnet. Seit dem 15. Jahrhundert setzte sich die Zahl von insgesamt 21 ganzen und angeschnittenen Rauten durch.“
Im aktuellen großen Staatswappen, das den gesamten Freistaat symbolisiert, stehen die vier Felder für die verschiedenen Stämme Bayerns. Der goldene Löwe symbolisiert die Oberpfalz und geht historisch auf die pfälzische Linie der Wittelsbacher zurück. Ursprünglich diente der Löwe den Welfen als Zeichen ihrer Herrschaft als „Pfalzgrafen bei Rhein“. Als im Jahr 1214 Kaiser Friedrich II. die Pfalz den Wittelsbachern übertrug, behielten diese den Löwen als Wappentier.
Der blaue Panther steht für den Stamm der Altbayern. Dieses Wappentier geht auf die Grafen von OrtenburgKraiburg aus der Familie der Spanheimer zurück, die zwischen Donau, Isar, Inn und Chiemsee siedelten. Mitte des 13. Jahrhunderts fiel dieses Wappen zusammen mit deren Besitz an die Wittelsbacher. Der so genannte „fränkische Rechen“ drei silberne Spitzen in rot war seit 1350 das Wappen des Hochstifts Würzburg. Der Rechen im Staatswappen steht heute für das gesamte Franken, das als Herzogtum im Jahr 1804 Bayern zugeschlagen wurde und laut Weissmann keinen eigenen Schild hatte.
Als Sinnbild für Schwaben wählten der Heraldiker Hupp und in dessen Folge der Grafiker Ege drei schwarze Löwen, die laut Prof. Dr. Wilhelm Volkert auf das Wappen der schwäbischen Herzöge aus dem Haus der Staufer zurückgehen. Nach dem Aussterben der Staufer war dieses Wappen in Schwaben vielfach verwendet worden und hatte auch Eingang in das Staatswappen des Königreichs Württemberg gefunden.






