Holz als Zukunftschance: Niederbayern ist Europas holzreichste Region und will durch intelligente Vernetzung, gezielte Vermarktung und Veredelung dem heimischen Zukunftsrohstoff zu neuen Absatzmärkten verhelfen

Landshut/Passau (obx). Europas holzreichste Region geht in die Offensive: Nirgendwo auf dem Kontinent gibt es auf die Fläche gerechnet mehr Holz als in Niederbayern am "Grünen Dach Europas". Nicht einmal tief in Skandinavien in Finnland oder Norwegen. Auf einen Hektar Boden kommen in der Region zwischen Straubing, Landshut und Passau rund 430 Kubikmeter hochwertigstes Holz. In Zukunft will Europas Holzreservoir Nummer 1 noch stärker auf die Vermarktung des Rohstoffes aus der Natur setzen. In einer groß angelegten Kampagne wollen das niederbayerische Netzwerk Forst und Wald und das Regionalmarketing bundesweit Lust auf Holz aus Niederbayern machen. Das Ziel: neue Märkte, neue Produkte, neue Arbeitsplätze und damit eine echte Zukunftschance für die gesamte Region.


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In Zukunft will Europas Holzreservoir Nummer 1 noch stärker auf die Vermarktung des Rohstoffes aus der Natur setzen. In einer groß angelegten Kampagne wollen das niederbayerische Netzwerk Forst und Wald und das Regionalmarketing bundesweit Lust auf Holz aus Niederbayern machen.


In Niederbayern werden pro Jahr rund 3,1 Millionen Festmeter Holz eingeschlagen, das sind rund 14 Prozent der gesamten bayerischen Holzproduktion. In der bayerischen Sägeindustrie werden 26 Prozent des Umsatzes in Niederbayern gemacht, beim gesamten Umsatz, der mit der Vermarktung von Holz und den veredelten Holzprodukten gemacht wird, landen allerdings nur noch sechs Prozent in Niederbayern.

"Daran müssen wir etwas ändern", sagt Andreas Schulze, Geschäftsführer des Netzwerkes Forst und Wald. An der Qualität des niederbayerischen Holzes könne das nicht liegen, sagt Schulze – schon eher am fehlenden Image. Durch eine bessere Vernetzung aller Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette und eine umfassende Werbekampagne soll das Schattendasein des Holzes aus Niederbayern möglichst bald ein Ende haben.

Bereits seit September 2008 arbeiten das Regionalmarketing Niederbayern und das Netzwerk Forst und Holz an einer optimalen Vernetzung. "Wir wollen Unternehmen ermöglichen, auf unkomplizierte Art und Weise miteinander in Kontakt zu treten", sagt Schulze. Als Vater des Projekts gilt der heutige bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, einst Landtagsabgeordneter für Niederbayern.

Die Vernetzung umfasst die gesamte Wertschöpfungskette: angefangen bei den Waldbauern, über die forstlichen Dienstleister, Transportunternehmen, Sägewerke, den Holzhandel bis hin zum Schreiner. Auch "fachfremde" Unternehmen werden einbezogen, zum Beispiel Architekten. Das Ziel: In der Region selbst soll mehr heimisches Holz verwendet werden – und damit auch überregional neue Multiplikatoren für den niederbayerischen Rohstoff zu finden.

Mit zwei Milliarden Euro Jahresumsatz ist Holz schon heute ein bedeutender Wirtschaftszweig in der Region. In Zukunft wird er noch wichtiger werden, ist Andreas Schulze überzeugt. "Holz ist der Zukunftsrohstoff im Bereich des Bauwesens", glaubt er. Auch im Energiesektor werde die Bedeutung des Holzes steigen, ist sich der Geschäftsführer des Holz-Netzwerks sicher. Ein weiterer wichtiger Zukunftstrend: Heimisches Holz als Ersatz für teure oder geschützte Tropenhölzer.

Für eine erste Bilanz ist es noch zu früh, sagt der Geschäftsführer des Netzwerks Forst und Holz. Sichtbare Erfolge aber gebe es schon: "Einige Betriebe, die ihr Holz bislang aus Kanada gekauft haben, kaufen jetzt wieder im Bayerischen Wald." Und die Supermarktkette "Lidl" in Österreich baue ihre Discounter inzwischen nicht mehr mithilfe eines Stahlgerüsts sondern mit einem Holzgerüst – geliefert und produziert von einem niederbayerischen Unternehmen.


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