Jedes zehnte Paar Ski, das auf der Welt verkauft wird, kommt aus
Straubing – von Deutschlands einzig verbliebenem Skihersteller
Völkl / "Made in Germany" und zahlreiche internationale Siege als
Qualitätssiegel – auch bei den Olympischen Winterspielen in
Vancouver sind Völkl-Ski mit am Start.Straubing (obx) – Ob in den USA, in China, in Australien oder
derzeit bei den Olympischen Winterspielen im kanadischen Vancouver: Das
Doppel-V des bayerischen Skiherstellers Völkls gilt weltweit als
Markenzeichen für High-tech-Ski der Spitzenklasse. Knapp neun
Jahrzehnte nachdem in Straubing das erste Paar Skier die Werkshallen
der Firma Völkl verließ, gehört der heute einzige
deutsche Skihersteller zur absoluten Weltspitze. Jedes zehnte Paar Ski,
das auf der gesamten Erde verkauft wird, stammt aus niederbayerischer
Produktion. Knapp 300.000 der Bretter, die für viele Spitzen- und
Freizeitsportler die Welt bedeuteten, verlassen heute Jahr für
Jahr das hochmoderne Fertigungszentrum in Straubing-Sand. Geheimnis des
Erfolgs: absolute Präzision und das Qualitätssiegel
„Made in Germany“. Darauf will Völkl auch in Zukunft
setzen.

In den achtziger Jahren gehörte Völkl zu den ersten Skimarken
überhaupt, die eigene Snowboards konstruierten. Foto:
obx-news/Völkl
Martina Ertl, Katja Seizinger, Hilde Gerg, Alexandra Meißnitzer
und viele andere mehr: Die Großen des Skisports setzten und
setzen beim Kampf um Sekundenbruchteile auf Ski des niederbayerischen
Herstellers Völkl – und das schon seit Jahrzehnten. Seit dem
Einstieg des heute einzigen deutschen Skiproduzenten in den Weltcup
1970 standen Völkl-Ski unzählige Male mit auf dem
Siegertreppchen. Genau gezählt hat die Erfolge niemand, die
Top-Sportler auf den zwei Brettern „made in Niederbayern“
errungen haben. Sicher aber ist eins: Völkl gehört heute zu
den renommiertesten Skimarken weltweit und mit knapp 400.000 Paar
verkaufter Ski jährlich zu den Top 5 der Branche. Skisportler wie
die Olympia- Silbermedaillengewinnerin 2006, die Finnin Tanja
Poutiainen setzen derzeit auch in Vancouver auf die schnellen Ski aus
Deutschland, wenn es um den Sieg geht. „Die Farbe ist toll und
der Ski ist schnell – mehr brauche ich nicht“, sagte die
Finnen vor ihrer Abreise, als sie nach ihren Brettern gefragt wurde.
Niederbayerische Ski erobern die Welt: Daran war 1875 nicht zu denken,
als Wagnermeister Georg Völkl in Straubing begann, Kutschen zu
fertigen. Sein Sohn Franz vergrößerte den Betrieb und
stellte fortan auch Boote, Schlitten und erstmals auch Skier her. Das
Jahr 1923 war die Geburtsstunde für den heute weltweit
viertgrößten Skihersteller überhaupt. Die Skier der
ersten offiziellen Produktion gingen unter dem Namen
„Vöstra“ über den Ladentisch. Im Jahr 1952
übernahm Franz Völkl Junior in dritter Generation die
Firmenleitung von Völkl Ski. Ab den 60er-Jahren wurden die ersten
Ski aus Metall und Kunststoff hergestellt. Zuvor waren die Bretter
stets aus Holz.
Der Einstig in den internationalen Skirennsport 1970 verhalf den
„Zebra-Ski“ und den „Renntigern“ vom Rande des
Bayerischen Waldes zu Weltruhm, Weltcupsiegen und Olympiatiteln.
Seitdem ist die ständige Innovation der Erfolgsmotor der Marke: In
den achtziger Jahren gehörte Völkl zu den ersten Skimarken
überhaupt, die eigene Snowboards konstruierten. In den neunziger
Jahren gehörte Völkl wiederum zu den Vorreitern – bei
der Entwicklung von Carving-Ski.
Völkl produziert die Mehrzahl seiner rund 400.000 Paar Ski pro
Jahr im heimischen Straubing. In den Sommermonaten läuft die
Produktion auf Hochtouren, damit im Winter die neuesten Modelle zum
Verkauf in den Geschäften stehen. Mit einem Jahresumsatz von
zuletzt geschätzten 130 Millionen Euro und mehr als 600
Mitarbeitern ist Völkl einer der wichtigsten Arbeitgeber in
Straubing. Das Werk in Straubing zählt zu den modernsten
Skifabrikationen der Welt. Auch für die Zukunft bekennt sich
Völkl klar zu seiner Produktion in Deutschland.
Nicht nur die Spitzensportler danken das der Marke. Auch bei
Freizeitsportlern erfreuen sich Völkl-Bretter äußerst
starker Beliebtheit. Die Leser des bekannten Skimagazins „DSV
aktiv“ wählten Völkl-Ski im vergangenen Jahr in
fünf von sieben Kategorien zum beliebtesten Ski. In mehr als 40
Ländern der Erde stehen die Ski aus Niederbayern heute für
Qualität und Präzision made in Germany.
In Zeiten steigenden Preisdrucks und wachsender internationaler
Konkurrenz setzt Völkl neben stetiger Innovation auf starke
Kooperationen: Seit 2004 gehört der niederbayerische Hersteller
zum amerikanischen Sportartikel-Konzern K2 Inc, zu dem auch der
Bindungshersteller Marker gehört. Marker und Völkl gehen seit
einiger Zeit gemeinsam in die Zukunft: „Der Schlüssel zum
Erfolg ist eine intelligente internationale Ausrichtung“, sagt
Dr. Christoph Bonder, Präsident der Marker-Völkl-Gruppe. So
ließen sich auch schneeärmere Winter durch günstigere
Witterungskonditionen in anderen Regionen ausgleichen. Über
Schneemangel kann der Völkl-Chef im aktuellen Winter nicht klagen.
Nach seinen Worten liegt Skifahren derzeit wieder stärker im Trend
– gerade bei jungen Leuten aus der Stadt. Er hofft, dass
schöne Fernsehbilder der Olympischen Spiele in Kanada heuer dazu
beitragen, den Skiern aus Niederbayern noch einmal ordentlich Schub
für die Zukunft zu geben.